Handwerk

Mittelalterliches Handwerk wird in Düppel groß geschrieben. Die ab 1975 gegründeten Arbeitsgruppen haben sich eingehend mit verschiedenen Techniken beschäftigt, erforschen und publizieren bestimmte Fragestellungen und führen ihre Handwerke nach Möglichkeit an Wochenenden vor.

Vom Schaf zum Kleid

Wollarbeiten

Im Bereich Textil befasst man sich mit der Aufbereitung der Rohwolle unserer Schafe, dem Spinnen mit der Handspindel und dem Handspinnrad bis zur Verarbeitung des Garnes in den verschiedensten mittelalterlichen Techniken. Dazu zählen das Weben von Bändern mit Kämmen oder Brettchen, das Weben von Stoffen auf dem Gewichtswebstuhl, dem Rundwebstuhl oder dem Trittwebstuhl, das Fertigen von Mützen, Socken und Handschuhen in Nadelbindung und die Herstellung von Geflechten in Sprangtechnik.

Gewichtwebstuhl

Auch das Färben mit Pflanzenfarben und die quellenbezogene Rekonstruktion mittelalterlicher Kleidung sind ein wichtiger Bestandteil dieser Arbeit.

Körbe, Schalen und Becher

Korbware

Holz war im Mittelalter einer der bedeutendsten Rohstoffe. Dünne Zweige und Ruten wurden für das Herstellen von Flechtzäunen und Körben benutzt, Schalen, Löffel und andere Alltagsgegenstände wurden geschnitzt und kunstvolle Gegenstände wie Becher oder Stuhlbeine konnten mit der Drechselbank hergestellt werden.

Eisen und Bronze

historische Schmiede

In unserer historischen Schmiede wird das mittelalterliche Schmiedehandwerk vorgeführt. Es werden verschiedene Gebrauchsgegenstände und Werkzeuge aus Stahl nach mittelalterlichen Vorbildern hergestellt. Feuereisen, Äxte und sogar damaszierte Messerklingen sind nur einige der Gegenstände, die in Düppel produziert werden. In der Edelmetallgießerei werden Schmuck und andere Kleinigkeiten mit alten Techniken wie dem Guss in verlorener Form hergestellt.

Keramik

Die Töpferei befasst sich mit der mittelalterlichen Keramikherstellung, insbesondere der Anfertigung von mittelalterlichen Kugeltöpfen und von Drehscheibenware. Dabei wird mit der Magerung des Tons unter Beachtung der Analyse von mittelalterlichen Keramikscherben experimentiert. Außerdem werden verschiedene Brennverfahren, wie Grube, stehender Ofen und liegender Ofen experimentell untersucht.

Keramik

Teerschwele

Der Fund von sechs Teerschwelgruben bei der archäologischen Grabung war der Grund für die experimentelle Auseinandersetzung mit dieser Technik. Aufgrund der Experimente mit dem Doppeltopfverfahren kam die Gruppe auf den Gedanken, dass in diesen Gruben das Teergrubenmeilerverfahren angewendet worden war, was dann auch durch Experimente bestätigt wurde. Außerdem befasst sie sich mit der Teerherstellung im Teerofen und mit der keramiklosen Herstellung von Birkenpech, wie es der Neandertaler vor 80 000 Jahren schon getan haben könnte.