Geschichte und Ziele des Fördererkreises

Während der Ausgrabungen der mittelalterlichen Siedlung am Machnower Krummen Fenn in den 1960er und 70er Jahren entstand 1970 im Kreise der Ausgräber um den damaligen Landesarchäologen Prof. Adriaan von Müller der Plan, die mittelalterlichen Häuser auf den ergrabenen Hausgrundrissen wieder aufzubauen und hier ein “Museum zum Anfassen” zu errichten. In diesem Museum sollten weniger Ausstellungstücke in Vitrinen zu sehen sein, sondern den Besuchern die Geräte und die Handwerke des Mittelalters vorgeführt werden.
Mit dieser Idee war die Gruppe ihrer Zeit weit voraus, zumindest in Deutschland. Hinzu kam, dass wegen der ideologisch instrumentalisierten Archäologie der Nationalsozialisten solche Ideen auch politisch belastet waren. Deswegen wurde bedauerlicherweise diese Museumsidee von den Institutionen abgelehnt. Die Gruppe aber gab nicht auf und gründete 1975 den “Fördererkreis des Museumsdorfes Düppel e.V.“. Man baute die ersten Häuser auf den ergrabenen Grundrissen und schließlich an Pfingsten 1975 fand der erste Tag der offenen Tür des Fördererkreises und des Museums statt.
Das Ergebnis – insgesamt ca. 10.000 Berliner an beiden Tagen – hatte sich keiner träumen lassen. Sie wurden von den Archäologen über die Grabung, mittelalterliche Handwerke und die Ziele des jungen Vereins unterrichtet. Der Landesarchäologe warb mit dem gelungenen Satz: “Bei uns können Sie Mitglied werden und dürfen dafür umsonst mitarbeiten“ um neue Mitglieder. Mit gutem Erfolg, denn am Pfingstmontag hatte der Verein ganze 600 Mitglieder mehr. Sie kamen aus allen Schichten der Bevölkerung: von der Hausfrau bis zum Universitätsprofessor, vom Jugendlichen bis zum Rentner, alles war vertreten! Die meisten hatten keine Fachkenntnisse, nur den Wunsch mitzumachen, etwas über Handwerk und Mittelalter zu lernen, ein Dorf aufzubauen und dann ihr Wissen an Besucher zu vermitteln. Es bildeten sich schnell Arbeitsgruppen, in denen jeder, seinen Vorlieben und Interessen entsprechend, mitmachen konnte. Bald schon sollten aus Laien Fachleute werden, deren Rat von Archäologen und anderen Museen gesucht wird.

Ziele

  • Die Förderung und das Betreiben des sachgemäßen Aufbaus der mittelalterlichen Siedlung auf historischen Grundrissen und der Erhalt sowohl der Gebäude als auch des natürlichen Umfeldes.
  • Die Präsentation frühgeschichtlicher Lebens- und Produktionsweisen in ihrer natürlichen Umgebung und die Erläuterung durch Führungen und museumspädagogische Angebote.