Projekte

Die „Pixothek“ – Eine weltweit einzigartige Referenzsammlung von Teer- und Pechproben

Holzteer besteht aus mehreren tausend Verbindungen. Die Beschaffenheit hängt von Faktoren wie der Baumart, der Herstellungsmethode, der Temperatur und der Heizgeschwindigkeit ab, um nur die wichtigsten zu nennen. Auch die Lagerbedingungen (Luft, Boden, Wasser) führen zu Veränderungen. Eine chemische Analyse von archäologischen Proben ist sehr aufwendig. Aus diesem Grund arbeitet die Teerschwelgruppe des Museumsdorf Düppel seit über 30 Jahren in Kooperation mit dem Arbeitskreis Archäometrie der Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh), dem Museum Biskupin und dem Förderkreis des Rathgen-Forschungslabors an der sogenannten „Pixothek“, um mit Hilfe von Vergleichsproben ( „fingerprints“) die Analysen zu erleichtern. Anhand dieser Analysen von Teer- und Pechproben können viele archäologische, ökologische, geographische, technische und kulturhistorische Fragen beantwortet werden. Die Teergewinnung aus Holz findet heutzutage kaum noch statt, so muss für die Herstellung der Proben die Experimentelle Archäologie herangezogen werden.

Experimentelle Herstellung und Nutzung von Reibsteinen

In einem Forschungsprojekt in Kooperation mit der Orient Abteilung des Deutschen Archäologischen Institutes, werden ab Juni 2017 vergleichende Studien zu Abnutzungsspuren auf Reibsteinen aus Basalt im Museumsdorf Düppel durchgeführt. Ziel der Experimente ist es, eine Referenzkollektion von Abnutzungsspuren zu erstellen, die auch für verschiedene Zeiten und Räume relevant ist. Es werden verschiedene Materialien wie Getreide und Nüsse verarbeitet. Die Abnutzungsspuren werden dann mikroskopisch erfasst und dokumentiert. Unterstützung bekommen die Forscher von Studierenden des Instituts für Prähistorische Archäologie der Freien Universität Berlin und Mitgliedern des Fördererkreises Museumsdorf Düppel e.V.

Rennofen

Eisenverhüttung

Im Rahmen des Handwerkerfestes 2016 fand im Museumsdorf Düppel ein weiteres Experiment zur Eisenverhüttung im Rennofen statt. Dieses ist Teil einer Versuchsreihe, die im Zusammenhang mit einem Forschungsprojekt der FU Berlin durchgeführt wird. Der im Vorjahr in mühevoller Arbeit errichtete Ofen zur Verhüttung von Raseneisenerz wurde repariert und wieder in Betrieb genommen. Die detaillierten Ergebnisse des Versuches 2015 sind unter dem Titel „Experimentelle Verhüttung von Raseneisenerz mit einem eisenzeitlichen Rennofentyp des Teltow im Museumsdorf Düppel“ in der ersten Ausgabe des neuen Museumsjournals veröffentlicht. Die Ergebnisse des Versuches aus dem Jahre 2016 erschienen in der zweiten Ausgabe des Journals.

Düppler Weideschwein 2.0

In Kooperation mit dem Freilichtlabor Lauresham, Teil des UNESCO Weltkulturerbes und dem Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen arbeitet das Museumsdorf Düppel an einem Forschungsprojekt zum mittelalterlichen Weideschwein. Inhaltlich umfasst das Projekt die Neubewertung der Rückzüchtungsversuche und Durchführung eines Zuchtprojektes. Eine erste Arbeitstagung soll folgende Punkte erarbeiten:

  • Das mittelalterliche Weideschwein. Quellenlage (osteologischer Befund, ikonographischer Befund, historische und archäologische Quellen)
  • Rückzüchtungsversuche (Düppeler Weideschwein, Deutsches Weideschwein [Kommern])
  • Alte Rassen, die phänotypisch für ein Zuchtprojekt interessant werden (u.a. East Balkan Pig)

Flachsanbau

Frau Dr. Sabine Karg (Institut für Prähistorische Archäologie der FU Berlin), wird sich im Rahmen eines DFG Projektes mit Leinananbau- und Verarbeitungsversuchen im Museumsdorf Düppel beschäftigen.
Folgende Arbeitsschritte sollen mit dem experimentell angebauten Leinen unter kontrollierten Bedingungen ausgeführt werden:

  • Entfernung der Samen mit nachgebildeten archäologischen Geräten
  • Röstversuche der Leinstängel
  • Weiterverarbeitung der Stängel zu Textilfasern mit Replikaten von Spinnwirteln

Im letzten Projektjahr 2018 sollen die Ergebnisse in einer Sonderausstellung mit Begleitpublikation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Aufarbeitung der Geschichte des Förderervereins Museumsdorf Düppel e.V.

Im Rahmen einer Masterarbeit von Frau Lisa Konkoll zum Thema: „Das Museumsdorf Düppel – die Rezeptionsgeschichte eines Freilichtmuseums“ werden zur Zeit die Archivalien des Museumsdorfes zum ersten Mal umfänglich gesichtet, sortiert und aufgearbeitet. Die geplante anschließende Publikation wird ein wertvoller Beitrag zur Geschichte des Museumsdorfes werden.