Bauen und Wohnen in Düppel

BackhausDie heutigen Düppeler Häuser sind Nachbauten der Gebäude, die hier im Mittelalter tatsächlich gestanden haben. Es wurden alle bei der Ausgrabung erfassten Hausbefunde wieder aufgebaut.

In den Boden eingegrabene Pfosten waren an den Erdverfärbungen meistens noch erkennbar und deuten auf sogenannte Ständerbauten hin. Diese bestanden aus einer komplexen Pfostenkonstruktion mit Stützbalken im Innenraum, die das Dach trugen.

Bei der Blockbauweise gab es keine Pfostenlöcher, die man hätte finden können. Wie also erkennt man, dass hier ein Haus stand? Der Fußboden bestand im Mittelalter meist aus gestampftem Lehm, welcher sich bei Ausgrabungen oft großflächig abzeichnet und deutlich von anderen Schichten unterscheidbar ist.

Heute können in Düppel also Ständerbauten und Blockhäuse aber auch ein erhöhter Speicherbau auf vier großen Pfosten gesehen und teilweise betreten werden. Alle sind aus Eiche oder Kiefer gebaut und mit Reet gedeckt – etwas anderes stand den Siedlern damals nicht zur Verfügung. Zwar hätte man andere Materialien zur Dachdeckung nutzen können, Roggenstroh hatte sich aber als nicht so widerstandsfähig wie Reet herausgestellt und zudem befand sich das Dorf damals an einem Feuchtgebiet, in dem es sicher Reet in großen Mengen gab.

Zeitlich aus der Reihe fallen zwei bronzezeitliche Häuser, die im Rahmen eines Projektes 1989 gebaut worden sind und heute von Arbeitsgruppen genutzt werden.

Das erste Haus jedoch, das man auf dem Weg ins Dorf antrifft, wird von vielen gar nicht mehr als Haus erkannt. Das erste, in Düppel errichtete Gebäude, verfällt heute bis keine oberirdischen Spuren mehr vorhanden sind. Mit späteren archäologischen Ausgrabungen will man so herausfinden, ob die Spuren tatsächlich denen der mittelalterlichen Häuser ähneln und die Rekonstruktionen, die seit 1975 angefertigt wurden, korrekt sind.

Bevor man die Häuser des Dorfes wiederaufgebaut hat, erstellten die ehrenamtlichen Mitarbeiter kleine Modelle im Maßstab 1:10. Dabei hatten sie Hilfe von den Ausgräbern, weiteren Archäologen und Architekten. Schon dabei merkte man, dass es für jeden gefundenen Hausgrundriss mehrere Möglichkeiten des Aufbaus gibt, weil etliche der Informationen über die ehemalige oberirdische Konstruktion einfach fehlen. Mit diesem Wissen versteht man, warum die Erbauer der heute im Museumsdorf stehenden Gebäude auch keinen Anspruch darauf erheben, dass alles im 13. Jahrhundert genauso aussahen.

Beim Wiederaufbau verwendete man keine mittelalterlichen Werkzeuge, man beschränkte sich dennoch auf manuelle Arbeitsgeräte, die keinen Strom benötigen. Von einer mittelalterlichen Baustelle wird sich der Aufbau im 20. Jahrhundert auch insofern unterschieden haben, als dass man das benötigte Material nicht aus dem benachbarten Wald holen konnte, sondern auf gekauftes und angeliefertes Holz angewiesen war. Dies bedeutet zwar, dass die mühselige Arbeit des Holzfällens entfiel, erschwerte aber auch die Arbeit, da man viele Konstruktionen zusammennageln musste, was ansonsten am Stück aus einem Baum hätte geschlagen werden können.

Man kann also sagen, dass die Gebäude im Museumsdorf Düppel zwar mittelalterlich wirken und einen guten Eindruck vom Mittelalter vermitteln, sich aber vermutlich in dem einen oder anderen Punkt von den Originalen unterscheiden.