Bier und Met – Die Genußmittelgruppe

Maischbottich und Maischgabel | Foto: Götting

Seit 2016 braut und siedet die Arbeitsgruppe Genußmittel Grutbier und Met im Museumsdorf Düppel. Mit dem Brauen von Grutbier erweckt die Arbeitsgruppe ein fast vergessenes Getränk zu neuem Leben.

Der Met wird in Düppel nach einem im Würzburger Kochbuch um 1350 belegten Rezept nachgebraut. Im Museumsdorf bietet die Leiterin der Genußmittelgruppe Workshops für die Met- und Bierherstellung an. Ihren ersten großen Auftritt hatte die Gruppe 2019 bei der Veranstaltung „Bierkultur – Hopfen und Malz am Herrentag“. Bei einem Spaziergang durch den Kräutergarten des Museums können Besucherinnen und Besucher Gruitbierpflanzen, wie Gagelstrauch und Sumpfporst entdecken. Die Pflanzen sind in Deutschland auf der Liste für bedrohte Pflanzenarten. Auch der wilde Hopfen und das Mädesüß, das wie der Name schon sagt, den Met süßt findet man ins unserem Dorf.

Grutbier – Ein – nur fast – vergessenes Kräuterbier

Unter anderem Mädesüß, Minze, Gagel, Sumpfporst, Salbei, Eschenlaub, Eichenlaub, Schafgarbe, Heidekraut, Beifuß, Rosmarin, Thymian, Lorbeer, Anis, Kümmel, Wacholder, Koriander, Fichtensprossen, Wermut und andere Kräuter. Auch psychedelisch wirkende Kräuter wie Fliegenpilz, Bilsenkraut, Stechapfel und Tollkirsche wurden verwendet. Eine solche Kräutermischung wurde als Grut oder Gruit bezeichnet. Sie gab dem Getränk eine Herbe und aromatische Note, machte es haltbarer und wirkte mitunter sogar halluzinogen. Grut als Bierzutat wird im Jahr 974 erstmals erwähnt als Otto II. per Erlass das Grutrecht, also das Recht Grut zu handeln, an die Kirche von Lüttich übertrug. Seit ein paar Jahren brauen wir mit der Genusmittelgruppe Grutbier im Musemsdorf und zeigen den Museumsgästen, wie man im Mittelalter Bier mit einfachen Mitteln maischte, leuterte und fermentierte.

Met – „Wilt du guten met machen“

Im Buch von guter Speise oder Bůch von gůter spîse, auch Würzburger Kochbuch genannt, ist das erste (um 1350) in deutscher Sprache geschriebene „Kochbuch“. Es findet sich im Hausbuchs des Michael de Leone, einer Sammelhandschrift, die sich heute in der Universitätsbibliothek München unter der Signatur 2° Cod. ms. 731, Cim. 4 befindet. In ihm findet sich auch ein Rezept, das in mittelhochdeutsch verfasst ist und detailliert die Herstellung von einem Met beschreibt, der mit Salbei und Hopfen gesiedet wird. Im Museumsdorf Düppel wird der Met nach altem Rezept nachgestellt.

 

Die Genussmittelgruppe freut sich immer über Zuwachs. Gesellt euch zu uns und genießt mit uns. Wir wünschen Euch: Gut Sud!

 

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